Zopfmuster stricken – 5 Anleitungen für Anfänger und Fortgeschrittene
Egal, ob Trachtenjacke oder moderner Strickpullover im Scandi-Stil: Zopfmuster geben jedem Strickstück eine besondere Note und gelten nicht ohne Grund als zeitloser Klassiker. Zopfmuster wirken auf den ersten Blick sehr anspruchsvoll, sind aber gar nicht so schwer nachzumachen. Wenn du linke und rechte Maschen stricken kannst, hast du schon mehr als die halbe Miete, denn das Geheimnis liegt in der Überkreuzung der Maschen. Wie das geht und wie du die Strickschrift dafür liest, erklären wir dir ausführlich in diesem Blog. Du wirst sehen: Mit etwas Übung kannst auch du schöne Zopfmuster stricken. Es ist gar nicht so schwer!
DAS ERWARTET DICH IN DIESEM BLOG
Was ist ein Zopfmuster?
Welches Material brauchst du für ein Zopfmuster?
Wie liest du eine Zopfmuster-Strickschrift?
Wie strickst du ein einfaches Zopfmuster? (Inklusive Anleitung)
Wie strickst du ein Zopfmuster ohne Hilfsnadel? (Inklusive Anleitung für das falsche Zopfmuster)
Welche weiteren Zopfmuster gibt es? (Inklusive Anleitung für: geflochtener Zopf, doppelter Zopf & Wabenmuster)
Wie viele Maschen brauchst du für ein Zopfmuster?
Wie strickst du ein Zopfmuster in Runden?
Welche Projekte eignen sich für ein Zopfmuster?
Welche Fehler passieren beim Zopfmuster stricken am häufigsten?
FAQ
Was ist ein Zopfmuster?
Der Name verrät es schon: Zopfmuster sehen aus wie ein geflochtener Zopf und entstehen durch vor oder hinter der Arbeit stillgelegte Maschen, die anschließend verkreuzt abgestrickt werden. Wenn du längeres Haar hast, kennst du das Prinzip bestimmt. Zopfmuster sind sehr plastisch und ziehen sich leicht zusammen. Deshalb verbrauchen sie auch etwas mehr Wolle als glatt rechts Gestricktes. Neben den sehr klassischen Zopfmustern gibt es auch aufwendigere Strukturen, wie Wabenmuster oder doppelte Zöpfe. Das Grundprinzip bleibt jedoch immer das gleiche.
STRICKWISSEN
Das Zopfmuster stammt ursprünglich von den irischen Aran-Inseln und wurde bei Wind und Wetter von den dort ansässigen Fischern getragen. Die Zöpfe sind den Tauen der Fischerboote nachempfunden. Sie erfüllen jedoch nicht nur eine dekorative Funktion. Durch ihr Volumen sind sie ideal, um warme Luftpolster nah am Körper einzuschließen. Die traditionellen Aran-Pullover sind aus Schurwolle gestrickt. Das darin enthaltene Lanolin macht sie wasser- und schmutzabweisend. Zopfmusterpullover sind also richtige Work-Wear. Über die Zeit haben sich unterschiedliche Zopfmuster durchgesetzt, die je nach Ausführung verschiedene Bedeutungen besitzen und den Fischern Glück beim Fischfang und Schutz auf See bringen sollten.
Das raue Klima der Aran-Inseln machte die Menschen erfinderisch. Ganz nebenbei haben sie einen Klassiker des Handstricks entworfen, der nicht nur warm hält, sonderen auch fürs Auge schmeichelhaft ist.
Welches Material brauchst du für ein Zopfmuster?
Für das Zopfmusterstricken brauchst du eigentlich nicht viel. Neben deinen Stricknadeln und deiner Wunsch-Wolle benötigst du nur noch eine Zopfnadel. Diese hilft dir dabei, die Maschen deines Zopfes für die Überkreuzung stillzulegen. Solltest du keine Zopfnadel besitzen, tut es aber auch eine Sockenstricknadel. Geübte Stricker können sich auch an Zöpfen ganz ohne Zopfnadel probieren. Wie das geht, erklären wir dir etwas weiter unten. Die Technik erfordert jedoch etwas Fingerspitzengefühl.
UNSER LIEBLINGSGARN-TIPP
Prinzipiell kannst du Zopfmuster aus jeder Wolle stricken, die dir gefällt. Die Muster kommen jedoch am schönsten zur Geltung, wenn du eher glatteres Garn oder Schurwolle verwendest. Bei Farbverlaufsgarnen können deine Zopfmuster etwas untergehen. Ähnlich verhält es sich mit sehr flauschigen Garnen. Am Ende entscheidest aber natürlich du.
Wie liest du eine Zopfmuster-Strickschrift?
Das erste Mal Strickschrift zu lesen, kann am Anfang etwas überwältigend sein. Kennst du jedoch die Bedeutung der Symbole und die Leserichtung, gewöhnst du dich schnell daran. Da es keine internationalen Richtlinien für Strickschrift gibt, können die Symbole variieren. Ein paar grundsätzliche Merkmale gibt es hingegen schon:
- Strickschrift wird von unten nach oben und von rechts nach links gelesen. Meistens findest du in den Anleitungen auch eine Legende, was die einzelnen Symbole bedeuten. In unseren Zopf-Anleitungen steht ein „—" für eine Linke Masche und ein „I“ für eine rechte Masche.
- In den Rückreihen werden dann aus linken rechte Maschen und aus rechten Maschen linke Maschen.
- In vielen Anleitungen werden die Rückreihen nicht dargestellt, da in ihnen nicht gezopft wird. Deshalb ist die Nummerierung ungerade. Die Fehlenden geraden Zahlen stehen für die Rückreihen.
- Da sich Zöpfe entweder links oder rechts neigen können, zeigt ein diagonaler Strich nach links oder rechts an, über wie viele Maschen gezopft werden muss.
- Die Strickschrift zeigt dir mindestens einen ganzen Rapport an. Wiederholst du diesen fortlaufend, erhältst du das Muster in deiner gewünschten Höhe und Breite.
HINWEIS
In unseren Anleitungen haben wir zum besseren Verständnis auch die Rückreihen eingezeichnet. Das ist eher unüblich, aber besonders für Anfänger eine gute Hilfe, um nicht den Überblick zu verlieren. Die Rückreihen werden dann so gestrickt, wie sie dir erscheinen. Strickst du in Runden, hältst du dich streng an die Abfolge, da das Wenden deiner Arbeit entfällt.
Bei unserer Anleitung haben wir auch die Rückreihen eingezeichnet. Gekennzeichnet sind diese mit einem "R". Hinreihen erkennst du am "H". Zudem haben wir zwei Vorbereitungsreihen integriert, wenn du direkt nach dem Maschenanschlag beginnst. Der eigentliche Rapport beginnt dann forlaufend ab der 3. Reihe.
So würde die Zopfmuster-Anleitung nach dem gängigen Standard aussehen. Die fehlenden geraden Zahlen stehen für die Rückrunden in denen die Maschen gestrickt werden, wie sie erscheinen. In Runden würdest du alle Maschen des Zopfes rechts stricken und die beiden einrahmenden Maschen links.
Wie strickst du ein einfaches Zopfmuster?
Das einfachste Zopfmuster kommt mit einer Kreuzung der Maschen aus. Dadurch entsteht ein gedrehter Zopf. Prinzipiell kannst du die Größe deines Zopfes variieren. Die Anzahl der Maschen ist zudem auch von der Dicke deines Garns abhängig. Für Anfänger empfehlen wir ein einfaches 4-über-4-Zopfmuster. Das bedeutet, dass dein Zopf aus insgesamt 8 Maschen besteht. Damit er sich gut absetzt, kannst du ihn entweder mit linken Maschen, einem Perlmuster oder kraus rechts einrahmen. Mit unserer Anleitung wirst auch du in Windeseile einfache Zopfmuster stricken lernen.
LINKS ODER RECHTSGENEIGT?
Je nachdem, ob du deine Maschen vor oder hinter der Arbeit stilllegst, neigt sich dein Zopf entweder nach links oder nach rechts. Liegt deine Zopfnadel vor der Arbeit, richtet sich der Zopf nach links. Liegt deine Zopfnadel hinter deiner Arbeit, lehnt sich der Zopf zur rechten Seite deines Strickstücks.
Linksgeneigter Zopf
Rechtsgeneigter Zopf
Das einfache Zopmuster: Anleitung für Anfänger
Beim einfachsten Zopf handelt es sich um einen gedrehten Zopf. Es wir also nur in eine Richtung gekreuzt. Für unser Zopfmuster sollte deine Maschenanzahl durch 4 teilbar sein, plus mindestens zwei umrahmende Maschen auf jeder Seite deines Zopfes, damit er sich gut vom Rest deines Strickstücks absetzt. Bitte beachte: In unserem Video haben wir 6 Maschen kraus rechts statt 2 Maschen links gestrickt, damit sich der Rand der Maschenprobe nicht einrollt. Für das Muster haben wir die Lang Yarns Merino 120 sowie Stricknadeln in der Nadelstärke 4,00 mm verwendet.
Schlage 20 Maschen an. Stricke 5 Vorbereitungsreihen, wenn du direkt ab dem Maschenanschlag beginnst. Ab Reihe 6. beginnt der Rapport.
- Stricke die ersten 2 Maschen links. Anschließend 8 Maschen glatt rechts und zuletzt wieder 2 Maschen links.
- Stricke die ersten 2 Maschen rechts. Anschließend 8 Maschen links und zuletzt wieder 2 Maschen rechts.
- Stricke die ersten 2 Maschen links. Anschließend 8 Maschen glatt rechts und zuletzt wieder 2 Maschen links.
- Stricke die ersten 2 Maschen rechts. Anschließend 8 Maschen links und zuletzt wieder 2 Maschen rechts.
- Stricke 2 Maschen links. Lege die ersten 4 Maschen auf einer Zopfnadel vor deiner Arbeit still. Stricke nun 4 Maschen glatt rechts. Dann strickst du die 4 Maschen von deiner Zopfnadel rechts ab. Zum Schluss folgen 2 links gestrickte Maschen.
RAPPORT: - Stricke die ersten 2 Maschen rechts. Stricke die nächsten 8 Maschen links. Die letzten 2 Maschen werden wieder rechts gestrickt.
- Stricke die ersten 2 Maschen links. Anschließend 8 Maschen glatt rechts und zuletzt wieder 2 Maschen links.
- Stricke die ersten 2 Maschen rechts. Anschließend 8 Maschen links und zuletzt wieder 2 Maschen rechts.
- Stricke die ersten 2 Maschen links. Anschließend 8 Maschen glatt rechts und zuletzt wieder 2 Maschen links.
- Stricke die ersten 2 Maschen rechts, stricke die nächsten 8 Maschen links. Die letzten 2 Maschen werden wieder rechts gestrickt.
- Stricke 2 Maschen links. Lege die ersten 4 Maschen auf einer Zopfnadel vor deiner Arbeit still. Stricke nun 4 Maschen glatt rechts. Dann strickst du die 4 Maschen von deiner Zopfnadel rechts ab. Zum Schluss folgen 2 links gestrickte Maschen.
Wiederhole die Runden 6. bis 11. fortlaufend.
UNSER LIEBLINGSGARN-TIPP
Willst du längere Abstände zwischen deinen Verzopfungen, kannst du dazwischen auch zwei, vier oder sechs Reihen ergänzen. Und wenn du ein Mini-Zopfmuster stricken möchtest, kannst du die Anzahl deiner Maschen auch auf 4 reduzieren. Probiere es einfach mal aus!
EINEN LINKSGENEIGTEN ZOPF STRICKEN: SCHRITT FÜR SCHRITT
1. Hole die Hälfte der Maschen des Zopfes auf die Zopfnadel.
2. Es sollte nun die Hälfte der Maschen auf der Zopfnadel liegen.
3. Lasse die Zopfnadel vor deiner Arbeit hängen.
4. Stricke die zweite Hälfte deines Zopfes rechts.
5. Die zweite Hälfte ist nun fertig gestrickt.
6. Die anderen Maschen des Zopfes liegen noch auf der Zopfnadel.
7. Stricke nun die Maschen der Zopfnadel rechts.
8. Du hast eine linksgeneigte Verzopfung gestrickt.
EINEN RECHTSSGENEIGTEN ZOPF STRICKEN: SCHRITT FÜR SCHRITT
1. Hebe die erste Hälfte deiner Maschen auf eine Zopfnadel.
2. Die erste Hälfte deines Zopfes sollte nun ungestrickt auf deiner Hilfsnadel liegen.
3. Lege die Hilfsnadel hinter die Arbeit.
4. Stricke die zweite Hälfte der Maschen rechts.
5. Du solltest nun die erste Hälfte des Zopfes gestrickt haben.
6. Stricke nun die Maschen von der Zopfnadel ab.
7. Es sollten anschließend alle Maschen des Zopfes auf der rechten Nadel liegen.
8. Du hast eine rechtsgeneigte Verzopfung gestrickt.
Das erste Strickprojekt mit dem einfachen Zopf wagen
Wie strickst du ein Zopfmuster ohne Hilfsnadel?
Wenn du weder eine Hilfsnadel noch eine Zopfnadel zur Hand hast, kannst du einen einfachen Zopf auch ganz ohne Hilfsmittel stricken. Diese Technik eignet sich eher für kleinere Zöpfe bis zu acht Maschen und wird mit einer höheren Maschenanzahl immer anspruchsvoller.
SO GEHST DU BEI EINEM LINKSGENEIGTEN ZOPF VOR
Zuerst hebst du die erste Hälfte der Maschen deines Zopfes auf deine rechte Nadel. Der Faden liegt dabei hinter der Arbeit. Dann strickst du die zweite Hälfte deines Zopfes ganz normal rechts. Für die Verzopfung gehst du nun von vorne mit deiner linken Nadel in die beiden ungestrickten Maschen auf deiner rechten Nadel und lässt bereits gestrickte Maschen deines Zopfes behutsam von der Nadel gleiten. Jetzt überträgst du die ungestrickten Maschen auf die linke Nadel, während du die bereits gestrickten Maschen wieder mit der rechten Nadel aufnimmst. Stricke nun die Zopf-Maschen auf der linken Nadel ab.
1. Hole die erste Hälfe der Maschen auf die rechte Nadel. Der Faden liegt hinter der Arbeit.
2. Alle Maschen liegen nun auf der rechten Nadel.
3. Stricke die andere Hälfe deines Zopfes rechts.
4. Steche von vorne in die ungestrickten Maschen ein.
5. Lasse die bereits gestrickten Maschen von der Nadel gleiten. Die ungestrickten Maschen bleiben auf der linken Nadel.
6. Die gestrickten Maschen werden auf die rechte Nadel übertragen.
7. Die Maschen sind nun vertauscht.
8. Stricke nun die restlichen Maschen auf der linken Nadel rechts.
SO STRICKST DU EINEN RECHTSGENEIGTEN ZOPF OHNE ZOPFNADEL
Auch beim rechtsgeneigten Zopf hebst du die erste Hälfte deiner Zopf-Maschen mit dem Faden vor der Arbeit von deiner linken auf deine rechte Nadel. Nun strickst du die zweite Hälfte deines Zopfes. Anschließend gehst du mit der linken Nadel von hinten in die ungestrickten Maschen, lässt die bereits gestrickten Maschen von der Nadel gleiten und nimmst diese auf deine rechte Nadel auf. Nun kannst du die restlichen Maschen deines Zopfes stricken. Fertig ist deinen Verzopfung ohne Zopfnadel!
1. Hole die erste Hälfte der Maschen mit dem Faden vor der Arbeit auf die rechte Nadel.
2. Stricke die zweite Hälfte des Zopfes rechts.
3. Der Faden bildet einen Spannfaden um die ersten Maschen des Zopfes.
5. Nun liegen die gestrickten Maschen vor den ungestrickten Maschen des Zopfes.
6. Gehe mit der linken Nadel von hinten in die ungestrickten Maschen.
7. Lasse die gestrickten Maschen von der rechten Nadel gleiten.
8. Die ungestrickten Maschen können nun auf die linke Nadel gehoben werden. Die gestrickten auf die rechte.
9. Nun können die restlichen Maschen des Zopfes rechts gestrickt werden.
FÜR ALLE, DIE NOCH ETWAS ÜBUNGSZEIT BRAUCHEN
Falsches Zopfmuster stricken - Anleitung
Eine weitere Option, um ohne Zopfnadel zu arbeiten, ist, ein falsches Zopfmuster zu stricken. Beim falschen Zopfmuster entsteht der gekreuzte Effekt durch einen Überzug. Dieses Muster ist auch gut für Strickanfänger geeignet, denen das Zopfen noch zu schwer ist, die aber nicht auf die Optik verzichten möchten. Wie das geht, erfährst du in unserer Anleitung und im Video. Das Muster wurde aus der Drops Merino Extra Fine auf einer Nadelstärke 4,00 mm gestrickt.
SO STRICKST DU DAS FALSCHE ZOPFMUSTER
Schlage eine Maschenanzahl an, die durch 5 teilbar ist, plus 2 Maschen. Wenn du in Reihen arbeitest kannst du noch 2 weitere Randmaschen ergänzen.
- Stricke 2 Maschen links, 3 Maschen rechts, 2 Maschen links. Wiederhole diese Abfolge bis zum Ende deiner Reihe.
- Stricke in den nächsten Runden alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Stricke alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Nun strickst du 2 Maschen links, hebst die nächste Masche von der linken auf die rechte Nadel, strickst eine Masche rechts und machst anschließend einen Umschlag, bevor du die nächste Masche wieder normal rechts strickst. Nun ziehst du die erste Masche, die du nur abgehoben hast, über alle drei darauffolgenden Maschen über. Das machst du, indem du mit der linken Nadel von unten in die Masche einstichst und diese über die Maschen der rechten Nadel ziehst. Wiederhole das Muster bis zum Ende deiner Reihe.
Wiederhole Schritt 1. bis 4. vortlaufend.
ZOPFMUSTER SIND DIR NOCH ZU SCHWER?
Entdecke unsere einfachen Strickmuster. Sie bestehen nur aus linken und rechten Maschen.
Welche weiteren Zopfmuster gibt es?
Bisher hast du nur die Spitze des Eisbergs kennengelernt. Denn du kannst ganz verschiedene Zopfmuster stricken. Es gibt eine schier endlose Auswahl an ausgefallenen Designs. Das klassische Zopfmuster haben wir dir bereits erklärt. Nun zeigen wir dir, wie du ein Wabenmuster, einen geflochtenen Zopf und einen doppelten Zopf stricken kannst. Wenn du das Prinzip des klassischen gedrehten Zopfes verstanden hast, werden dir diese Muster auch etwas leichter von der Hand gehen. Für alle Muster haben wir die Lang Yarns Merino 120 und eine Rundstricknadel in der Stärke 4,00 verwendet.
Einen geflochtenen Zopf stricken
Der geflochtene Zopf ist die Steigerung des einfachen Zopfes und neigt sich abwechselnd nach links und rechts. Im folgenden erklären wir dir ausführlich, wie du auch nach rechts Zopfen kannst. Für unser Beispiel haben wir 12 Maschen für den Zopf eingeplant. Du kannst ihn aber nach dem gleichen Prinzip mit mehr oder weniger Maschen gestalten. Damit der Zopf zur Geltung kommt, empfehlen wir dir jedoch, nicht unter 6 Maschen zu gehen. Möchtest du mehrere gepflochtene Zöpfe nacheinander stricken, wiederholst du unseren Rapport einfach mehrmals in der Breite.
SO GELINGT AUCH DIR EIN GEFLOCHTENES ZOPFMUSTER
Schlage 16 Maschen an. Wenn du mit dem Zopfen direkt nach dem Maschenanschlag beginnen möchtest, empfehlen wir dir einige Vorbeiteitungsreihen zu stricken. Diese sind in unserer Strickschrift durch den dickeren Rahmen gekennzeichnet. Danach folgt der Musterrapport. Wir haben den Rapport nach den Vorbeitungsreihen verschriftlicht.
- Der Rapport beginnt diesmal auf einer Rückreihe. Stricke deshalb 2 Maschen rechts und dann 12 Maschen links. Am Ende der Reihe folgen noch einmal 2 Maschen rechts.
- Stricke nun alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Auch in dieser Runde strickst du alle Maschen, wie sie erscheinen.
- Stricke alle Maschen, wie sie erscheinen.
- Stricke ein letztes Mal alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Nun arbeitest du 2 linke Maschen. Dann strickst du 4 Maschen rechts, nimmst 4 Maschen auf deine Zopfnadel vor deiner Arbeit, strickst 4 Maschen rechts und anschließend die 4 Maschen auf deiner Zopfnadel rechts. Es folgen 2 linke Maschen.
- Wiederhole Schritt 1.
- Wiederhole Schritt 2.
- Wiederhole Schritt 3.
- Wiederhole Schritt 4.
- Wiederhole Schritt 5.
- Stricke 2 Maschen links und hebe 4 Maschen hinter deiner Arbeit auf eine Zopfnadel. Stricke anschließend 4 Maschen rechts und dann die 4 Maschen auf der Zopfnadel rechts. Es folgen 4 rechte Maschen und zum Schluss 2 linke Maschen.
Wiederhole nun Schritt 1. bis 12. fortlaufend, bis du die gewünschte Höhe und Breite deines Musters erreicht hast.
Von einfach bis anspruchsvoll: Anleitungen mit dem geflochtenen Zopfmuster
Ein doppeltes Zopfmuster stricken
Das doppelte Zopmuster besticht durch seine gestaffelte Optik und entfaltet seine Magie erst nach mehreren Runden. Deshalb haben wir auch unseren Rapport auf drei Musterwiederholungen festgelegt. Theoretisch kannst du aber auch nur eine Musterwiederholung stricken und hast damit ein in sich abgeschlossenes Glied des doppelten Zopfes gestrickt. Für dieses Muster ist eine Maschenanzahl nötig, die durch 6 teilbar ist. Aber auch hier gilt: Das Muster ist ebenfalls mit weniger oder mehr Maschen für die Zopfstränge möglich. Du musst dir unsere Anleitung dann einfach nur umrechnen.
DAS KANNST DU EIN DOPPELTES ZOPFMUSTER STRICKEN
Schlage 28 Maschen an. Willst du mehrere doppelte Zöpfe nebeneinander stricken, rechnest du immer weitere 28 Maschen auf. Wenn du direkt ab dem Maschenanschlag mit dem Muster beginnst, legen wir dir 2 Vorbeitungsreihen ans Herz. Diese sind in unserer Strickschrift etwas dicker eingerahmt. Unsere schriftliche Anleitung beginnt direkt ab dem Rapport
- Stricke 2 Maschen links und darauffolgend 6 Maschen rechts. Lege 3 Maschen hinter deiner Arbeit auf einer Hilfsnadel still. Stricke 3 Maschen rechts und darauffolgend die 3 Maschen auf deiner Zopfnadel rechts. Lege nun wieder 3 Maschen auf einer Zopfnadel still. Diesmal vor deiner Arbeit. Stricke 3 Maschen rechts. Dann strickst du die 3 Maschen auf deiner Zopfnadel ebenfalls rechts. Es folgen wieder 6 Maschen rechts und 2 linke Maschen.
- In der Rückrunde strickst du alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Stricke 2 Maschen links, dann 3 Maschen rechts. Lege 3 Maschen hinter deiner Arbeit still, stricke 3 Maschen rechts und auch die nächsten 3 Maschen deiner Zopfnadel rechts. Stricke 6 Maschen rechts und nimm anschließend wieder 3 Maschen vor deiner Arbeit auf einer Zopfnadel auf und lasse diese hängen. Stricke 3 Maschen rechts und wieder die 3 Maschen deiner Zopfnadel ebenfalls rechts. Stricke 3 weitere Maschen rechts und dann 2 Maschen links.
- In der Rückrunde strickst du alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Stricke 2 Maschen links. Nimm 3 Maschen hinter deiner Arbeit auf einer Zopfnadel auf und lasse diese hängen. Stricke nun 3 Maschen rechts und dann die 3 Maschen der Zopfnadel rechts. Stricke 12 Maschen rechts. Nimm nun wieder 3 Maschen vor deiner Arbeit auf eine Zopfnadel, stricke 3 Maschen rechts und dann die 3 Maschen deiner Zopfnadel rechts. Stricke 2 Maschen links.
- In der Rückrunde strickst du alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
Wiederhole Schritt 1. bis 6. mindestens 3 Mal oder so oft du möchtest.
Anleitungen mit doppeltem Zopfmuster endecken
Das Wabenmuster stricken
Bravo, wenn du es bis hierhin geschafft hast, hast du bereits zwei aufwendigere Strickmuster gemeistert. Das Wabenmuster sollte dir jetzt gut von der Hand gehen. Für Das Wabenmuster benötigst du eine Maschenanzahl die durch 8 teilbar ist sowie 4 weitere Maschen für eine schöne Rahmung des Musters. In Reihen kannst du auch zusätzlich zwei Randmachen einplanen. Für unseren Musterraport haben wir 28 Maschen bestimmt. Wenn du mehr Waben stricken möchtest, kannst du dich an unserer Strickschrift orientieren. Wiederhole das Muster so oft du möchtest und versetze einfach die einrahmenden linken Maschen nach rechts.
Und wenn du das Wabenmuster stricken sicher beherrschst, kannst du bestimmt auch ein keltisches Zopfmuster stricken. Dieses zeichnet sich durch endlose ineinanderlaufende Linien aus und erinnert an Runen oder Seemannsknoten.
WABENMUSTER STRICKEN SCHRITT-FÜR-SCHRITT
- Schlage 28 Maschen an.
- Stricke 2 Maschen Links, stricke 24 Maschen rechts und wieder 2 Maschen links.
- Stricke alle Maschen wie sie dir erscheinen.
- Stricke 2 Maschen links. * Lege 2 Maschen auf einer Zopfnadel vor der Arbeit still. Nun strickst du 2 Maschen rechts und danach die zwei Maschen von der Zopfnadel rechts. Anschließend legst du wieder zwei Maschen still. Diesmal hinter deiner Arbeit. Stricke 2 Maschen rechts, stricke die Maschen auf deiner Zopfnadel rechts. Wiederhole diese Abfolge ab *. Stricke am Ende der Reihe die letzten beiden Maschen links.
- Stricke alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Stricke alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Stricke alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
- Stricke 2 Maschen links. * Lege 2 Maschen auf einer Zopfnadel hinter deiner Arbeit still, stricke 2 Maschen rechts und nun die 2 Maschen deiner Zopfnadel rechts. Jetzt legst du 2 Maschen vor deiner Arbeit still, strickst 2 Maschen rechts und anschließend die 2 Maschen deiner Zopfnadel ebenfalls rechts. Wiederhole diese Schritte ab * fortlaufend. Zum Schluss strickst du die beiden letzen Maschen links.
- Stricke alle Maschen, wie sie dir erscheinen.
Wiederhole die Schritte 1. bis 8. fortlaufend, bis du die gewünsche Höhe deines Musterraportes erreicht hast.
Warmer Strick mit Wabenmuster
Wie viele Maschen brauchst du für ein Zopfmuster?
Die Größe deines Zopfes kannst du natürlich selbst festlegen. Damit er sich vom Rest deines Strickstücks abhebt, solltest du jedoch mindestens 4 Maschen für einen einfachen Zopf einplanen. Ein großes Zopfmuster mit mehr als 8 Maschen pro Zopfstrang kann sehr schön aussehen, ist aber gegebenenfalls nicht so definiert.
Zudem zieht sich das Zopfmuster etwas zusammen. Plane also etwas mehr Maschen ein, weil sich dein Strickstück in der Breite etwas zusammenziehen kann. Aus diesem Grund empfehlen wir dir auch, die Maschenprobe in deinem gewünschten Zopfmuster anzufertigen. So siehst du direkt, ob du bei einem Pullover eine Konfektionsgröße größer stricken musst.
WARUM MACHT MAN EINE MASCHENPROBE?
Die Maschenprobe kann daüber entscheiden, ob dein Strickstück am Ende gut passt. Was es alles zu beachten gibt, kannst du auf unserem Blog nachlesen
Wie strickst du ein Zopfmuster in Runden?
Zopfmuster in Runden strickst du genauso, wie in der Strickgrafik dargestellt. Bei Zopfmustern die du mit Rundstricknadeln strickst, entfällt das Wenden deiner Arbeit und somit die obligatorischen Rückreihen aus linken Maschen.
Um nicht den Überblick zu verlieren, wann die nächste Verzopfung folgt, kannst du einen Maschenmarkierer nach jedem Rapport sowie an deinen Rundenanfang setzen. Du siehst, Zopfmuster in Runden stricken ist sogar noch entspannter als in Reihen.
Für welche Projekte eignet sich ein Zopfmuster?
Zopfmuster kannst du für alles einsetzen. Ob Socken, Pullover oder Pullunder – Zopfmuster stehen allen Strickprojekten gut zu Gesicht. Auch Accessoires wie Mützen, Schals und Stirnbänder kannst du mit den abwechslungsreichen Mustern veredeln. Und sogar Home-Deko, wie Decken oder Kissenbezüge, bekommt mit Zopfmustern einen gemütlichen und rustikalen Charme. Beachte jedoch: Die Rückseite deines Strickstücks sieht anders und nicht so definiert aus, wie die Vorderseite.
Trachten
Trachten leben von aufwendigen Musterrapporten. Hoch in Kurs stehen auch hier Zopfmuster in vielen Varianten. Stöber durch unsere Anleitungen und mach dich bereit für die Trachtensaison.
Welche Fehler passieren beim Zopfmuster stricken am häufigsten?
DER ZOPF ZEIGT IN DIE FALSCHE RICHTUNG
Wenn du den Zopf in die falsche Richtung gekreuzt hast, kommst du am Aufribbeln leider nicht vorbei. Damit dir das nur einmal passiert, kannst du dir unseren geflochtenen Zopf einmal genauer anschauen. Neigt sich der Zopf nach links, lag die Zopfnadel vor deiner Arbeit. Neigt er sich nach rechts, lag die Zopfnadel hinter deiner Arbeit.
DAS MUSTER IST UNGLEICHMÄSSIG
Vermutlich hast du eine Musterreihe zu viel oder zu wenig gestrickt. Wenn du ein einheitliches Ergebnis möchtest, musst du deine Arbeit bis zu diesem Punkt leider wieder auftrennen. Damit du nicht den Überblick verlierst, kannst du nach jeder Verzopfung einen Maschenmarkierer setzen. Durch das Überlappen der Maschen ist es manchmal schwer zu erkennen, in welcher Reihe oder Runde man sich befindet, und so kannst du die Reihen ab dem Maschenmarkierer zählen.
DEIN STRICKPROJEKT FÄLLT SCHMALER AUS
Zopfmuster können sich zusammenziehen. Mache deshalb am besten eine Maschenprobe, bevor du mit deinem Strickprojekt beginnst. Bei einer fertigen Anleitung kannst du überlegen, ob eine Größe größer besser passt. Bei einem Freihand-Projekt kannst du einfach ein paar mehr Maschen rund um den Zopf hinzunehmen.
DIE MASCHEN RUNTSCHEN VON DER HILFSNADEL
Manchmal können die Maschen von deiner Zopfnadel rutschen. Das passiert vor allem dann, wenn sie nicht die gleiche Nadelstärke wie deine Stricknadeln hat oder du sehr locker strickst. Probiere im Zweifel eine leichtere Zopfnadel in passender Größe aus Kunststoff aus oder setze auf modernere Nadeln in U-Form.
ZU LOCKERE ÜBERGÄNGE NEBEN DEM ZOPF
Beim Zopfen entstehen automatisch etwas größere Maschen an den Rändern deines Zopfes. Das ist vollkommen normal und geht in der Regel im Musterrapport unter. Solltest du sehr locker stricken, kannst du versuchen die letzten beiden Maschen deines Zopfes etwas straffer zu stricken, um einen besseren Übergang zu erzielen.
Strick deinen Lieblingspullover im Zopfuster
Wie du siehst, braucht es nur eine Zopfnadel und etwas Mut, um die schönsten Musterkreationen zu erschaffen. Wir hoffen, wir konnten dich mit diesem Beitrag inspirieren oder dir zu deinem ersten erfolgreichen Zopfmuster-Projekt verhelfen. Teile der Community und uns deine fertigen Projekte unter dem Hashtag #lieblingsgarn und verrate uns deine Tipps und Tricks rund um das Zopfen.
Häufige Fragen rund um das Zopfmuster stricken
Was ist ein Zopfmuster?
Beim Zopfmuster werden Maschen hinter oder vor deiner Arbeit stillgelegt und anschließend überkreuzt gestrickt. Durch diesen Vorgang entsteht eine geflochtene oder gedrehte Struktur – der Zopf. Zopfmuster können in verschiedenen Varianten gestrickt werden. Beliebt sind der klassische gedrehte und geflochtene Zopf, das Wabenmuster oder der keltische Knoten.
Wie strickt man ein Zopfmuster mit zwei Maschen?
Ein Zopf mit 2 Maschen ergibt den kleinstmöglichen Zopf. Du strickst ihn wie folgt: Nimm die ersten 2 Maschen deines Zopfes auf eine Zopfnadel. Stricke dann die nächsten beiden Maschen glatt rechts und anschließend die beiden verbleibenden Maschen von deiner Hilfsnadel.
Wie strickt man ein Zopfmuster ohne Hilfsnadel?
Einen Zopf ohne Hilfsnadel strickst du, indem du die Maschen behutsam von deiner Nadel gleiten lässt und diese dann anschließend vertauschst. Eine Technik stellen wir dir in diesem Blog vor.
Welches Strickmuster ist am einfachsten?
Hand aufs Herz: Das Zopfmuster ist es nicht. Kraus rechts stricken oder glatt rechts stricken sind wesentlich einfacher. Hast du die Technik des Zopfstrickens aber einmal verstanden, ist es gar nicht so schwer. Am Ende benötigst du auch hier nur rechte und linke Maschen.
Wie viele Maschen braucht man für ein Zopfmuster?
Wir empfehlen dir, dein Zopfmuster mindestens mit 4 Maschen zu stricken, damit man überhaupt den Effekt sieht. Ein klassischer Zopf hat zwischen 8 und 12 Maschen, wenn du ein Garn für Nadelstärke 4 verwendest. Je nach Dicke deines Garns und was dein persönlicher Geschmack ist, kann die Maschenanzahl jedoch stark variieren.
Warum wird mein Zopfmuster schmaler als geplant?
Zopfmuster ziehen sich durch das Kreuzen etwas zusammen. Bevor du dich an die Arbeit machst, empfehlen wir dir daher, eine Maschenprobe anzufertigen. Sie gibt dir eine Tendenz, wie stark sich dein Strickstück im Zopfmuster zusammenziehen wird. Sollte dein Strickstück bereits zu klein geraten sein, kannst du es nach dem Waschen im feuchten Zustand spannen. Das kann dir manchmal ein paar Zentimeter schenken.
Wie viel Wolle braucht man für ein Zopfmuster?
Das lässt sich pauschal nicht festlegen. Die Wollmenge ist abhängig von der Garnstärke, deinem Projekt und deinem ausgewählten Zopfmuster. Ein doppelter Zopf zieht sich stärker zusammen als der einfache Zopf in Spiralrunden. Unser Tipp: Schaue dir bestehende Zopf-Muster-Anleitungen passend zu deiner Garnstärke an und orientiere dich an den dortigen Gramm-Angaben. Strickst du nur vereinzelt einen Zopf als besonderes Detail, können auch schon zwei bis drei Garnknäule mehr ausreichend sein.
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